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Chay Ya



Was im Jahr 2007 als Initiative einiger Freund*innen an einem Küchentisch in Kathmandu begann, ist heute eine Organisation, die mit geringem Verwaltungs- und Personalaufwand täglich für die Grundrechte von Menschen kämpft, denen dies selbst nicht möglich ist. Medizinische Versorgung, Bildung, Ernährungssicherheit, Frauenempowerment und die Umwelt stehen dabei im Fokus.

Chay Ya kommt aus dem tibetischen und kann mit „Packen wir es an“ übersetzt werden, und genau das tun wir:

Alle unsere Projekte werden unter Miteinbezug der lokalen Bevölkerung und deren freiwilliger Beteiligung und Mithilfe durchgeführt. Unsere nepalesische Schwestern-NRO Chay-Ya Nepal arbeitet eng mit den einheimischen Entscheidungsträger*innen zusammen. Ohne unsere qualifizierten Kolleg*innen in Nepal könnten wir nicht die Qualität der Projekte garantieren, die wir seit vielen Jahren vorweisen. 

Unsere Projekte in Kooperation mit der Karl Zünd Stiftung


Bau eines Gesundheits- und Geburtenzentrums im Limi Valley, Humla, Nepal

Die gesamte Region Namkha, in dem auch das Limi Valley liegt, verfügte über keine funktionierende Gesundheitseinrichtung. Es gab einen einzigen staatlichen Gesundheitsposten, doch dieser war nie besetzt. Lange Wege und Alternativlosigkeit machten es der lokalen Bevölkerung unmöglich, für medizinische Vorsorgeuntersuchungen sowie in Notfallsituationen und bei Geburten professionelle, medizinische Hilfe aufzusuchen.

In Kooperation mit der lokalen Regierung und Gemeinde sowie Fördergebern wie der Karl-Zünd-Stiftung, errichtete Chay Ya eine Gesundheits- und Geburtenstation, in der alle Bewohner*innen, insbesondere Mütter und Kinder, optimal versorgt werden. Der Zugang zu medizinischer Grundversorgung ist endlich gewährleistet.

Das Zentrum liegt auf 4000 Höhenmetern und ist seit November 2020 in Betrieb. Es profitieren um die 4.800 Menschen von diesem Projekt. 

Bau eines Gesundheits- und Geburtenzentrums in Riusa Bagar, Mugu, Nepal


Mugu, der abgelegenste aller Distrikte Nepals, ist aufgrund des Mangels an Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen als der „least developed“, also am wenigsten entwickelt, bekannt. Über 65.000 Bewohner*innen wohnen hier, es gab aber nur einen einzigen Arzt.

Die bisherige gesundheitliche Versorgung war dementsprechend katastrophal: die Frauen in den 15 Bergdörfern des Mugum Karmarong Bezirks brachten ihre Kinder zuhause und ohne den Beistand einer Hebamme oder Krankenschwester auf die Welt, da im gesamten Gebiet kein einziger Gesundheitsposten oder eine Geburtenstation existierte. Die nächste Anlaufstelle liegt 35 Kilometer Fußmarsch entfernt, südlich des Rara Sees und ist nur über steile Bergpfade erreichbar.

Im Jahr 2018 startete Chay Ya, mit Unterstützung der Karl-Zünd Stiftung, mit dem Bau der Gesundheitseinrichtung. Nur einige Monate später, im April 2019, wurde das fertige Projekt an die Gemeinde übergeben. Seitdem ist sie in Betrieb und Anlaufstelle für bis zu 5.400 Menschen in der Region. 

Bau eines Wohn- und Lernzentrums für Kinder mit Behinderung, Tulsipur, Dang, Nepal


Menschen mit Behinderung sind in Nepal starker Diskriminierung ausgesetzt. Viele Kinder mit Behinderung erfahren keine Schulbildung, es gibt kaum unterstützende Infrastruktur vom Staat.

Um diese Kinder aufzufangen und ihnen ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, baute Chay Ya, mit Unterstützung der Karl Zünd Stiftung, ein Internat. Das Internat wurde September 2022 an die lokale Regierung übergeben und wird seither von dieser betrieben.

Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen parallel zum integrativen Schulunterricht in der regulären Dorfschule im Heim motorisch und intellektuell zu fördern. So geht es auch um die Vermittlung praktischer Fähigkeiten wie z.B. Kochen, Körperpflege oder auch handwerkliche Tätigkeiten, um später ein - soweit möglich – selbständiges Leben führen zu können und die Arbeitssuche zu erleichtern.

Bau einer Mülltrennungs- und Verwertungsanlage sowie Bewusstseinsbildung in Palungtar, Gorkha, Nepal


Müll im Allgemeinen und insbesondere Plastikmüll sind in Nepal ein gravierendes Problem. Häufig landet Abfall einfach auf Straßen, in Flüssen oder Naturgebieten. Um die Abfallwirtschaft in Palungtar zu revolutionieren, wurde ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. Bisher bestand das System aus dem Sammeln von Haus- und Industrieabfällen, die anschließend in Gruben oder Deponien entsorgt oder unzureichend verbrannt wurden.

Das Ziel mit dem Bau einer Mülltrennungs- und Verwertunganlage ist, ein effizientes und ökologisches System zu implementieren, bei dem organische Reste kompostiert und anorganische Materialien recycelt werden. Die Recyclinganlage verfügt über eine Abfallannahmestelle, separate Trennbereiche nach Materialien, einen abgeschlossenen Bereich für die Kompostierung, einen Elektrizitätsraum, Toiletten für die Mitarbeiter*innen und einen großen Platz für LKWs, die das getrennte Material für weiteres Recycling abtransportieren.

Die Anlage ist nun nicht nur autark, sondern erwirtschaftet sogar Profit - bisher über 2500 Euro durch den Verkauf von biologisch nicht abbaubaren Abfällen (Plastik, Metall, Glas und Papier) sowie einige hundert Euro Einnahmen durch Kompost. Nach erfolgreicher Etablierung der Anlage unter der Führung einer bestehenden lokalen Frauengruppe, die von Chay-Ya Nepal ausgebildet wurde, hat die lokale Regierung in Zusammenarbeit mit einer Kooperative/Firma die Betriebsführung übernommen. Damit ist der Betrieb der Anlage für die Zukunft gesichert.